Donnerstag, Juli 21, 2005

Wieder in der "Heimat" - Quito

Heute morgen sind wir um 6.00 Uhr wieder in Quito angekommen. 10 Stunden Busfahrt, die aber eigentlich ganz komfortabel waren. Hab da glaub mehr Beinfreiheit gehabt als ich heute Abend im Flieger nach Deutschland haben werde. Und auch sonst... Schoener Bus, bequeme Sitzte, Sicherheit... Beim Einsteigen wurde unser Handgepaeck durchsucht und wir wurden auf Waffen abgetastet. Dabei wurde mir mal wieder klar dass dies wohl schon einen Grund haben wird. Aber sonst war meine Reise durch das Land ganz harmlos. Hab mich nirgendwo unsicher gefuehlt und auch die Hotelbesitzer haben mir immer bestaetigt wie sicher die Staedte sind. Ich glaub das denen!
Jetzt geniess ich noch ein bisschen die starke Aecuatorsonne in Quito und werd dann nachher wieder zu meiner Gastfamilie gehen bei denen ich noch ein Mittagessen bekomme. Voll nett! Um 17.40 Uhr geht dann mein Flieger ueber Madrid nach Frankfurt. Mal schaun ob ich dieses mal endlich nen Fensterplatz bekomme. Dumme Businessclass... *g*

Das war also das letzte mal dass ich mich aus Ecuador melden kann, leider... Hab echt ne super Zeit hier gehabt und das Leben in Suedamerika kennen gelernt. Gefaellt mir! Die Leute hier sind viel offener als in Deutschland und man kommt schnell ins Gespraech mit den Einheimischen. Die Landschaften sind hier so unterschiedlich und man ist in sehr kurzer Zeit in ner ganz anderen Welt.

Tschuess Ecuador ;(

Hallo Deutschland :)

Mittwoch, Juli 20, 2005

Bin am Pazifik! Aetsch!

Jetzt kann ich mich endlich wieder melden. Die letzten Tage war hier in Puerto Lopez an der Pazifikkueste irgendwie kein Internet moeglich. Keine Ahnung ob vielleicht ne Palme auf die einzigste Telefonleitung ins Dorf gefallen ist oder so. Hab aber leider auch nicht so viel Zeit, weil hier Internet schweineteuer ist. Provinz halt...
Nach meinen Dschungelabenteuern bin ich also um 24.00 Uhr mit dem Nachtbus nach Baños gefahren, wo ich dann um 4.00 Uhr morgens angekommen bin und dann auch gleich das Thermalbad gesucht hab. Das macht naemlich schon um 4.30 Uhr auf. War voll (extrem) heiss! Das ist schwefelhaltiges Wasser, das irgendwie aus dem Vulkan kommt, der in der Naehe von Baños ist. Hab die Sache auch nicht so ganz kapiert. Danach hab ich mir ein Hostal gesucht und hab noch tropische Tiere angeschaut. Abends war ich dann mal wieder fix und fertig, weil man ja bei 120 kmh auf Schotterpisten im Bus wohl kaum schlafen kann, ausser man ist Ecuadorianer. Am Samstag bin ich mit dem (Tag!)-bus nach Riobamba gefahren um dann am Sonntag morgen in aller herrgottsfruehe auf einem Zugdach die Teufelsnase runter zu fahren. Hat ganz schoen gewackelt auf den Waggons und als dann unser Waggon entgleist ist, hab ich mein Vertrauen in das Ding ganz verloren. Aber war ja kein Problem, die ham das Ding irgendwie wieder auf die Gleise gebracht und weiter gings. (Keine Panik, die Raeder sind halt nur von den Gleisen gerutscht, halb so wild) Mit der Weile hat man das "Vida tranquilo" - das gemuetliche Leben der Ecuadorianer auch im Blut. Abends bin ich mit dem Bus nach Guayaquil (gefaehrlichste Stadt Ecuadors) und hab in ner Jugendherberge geschlafen. Der Taxifahrer wollt uns mal vielleicht verarschen, aber nicht mit mir! Sind zur Juhe gefahren und die schaute halt ein bisschen dunkel aus. Der Taxifahrer gleich: "Die ist zu, fahren wir ins Zentrum. Die ist zu. Ehrlich!" Bin dann ausgestiegen und hab geklingelt und... welch Wunder, war jemand da und hat uns freundlich empfangen. Der Taxifahrer hat sich wohl schon drauf gefreut drei dumme Auslaender durch die Stadt zu kutschieren und ein bisschen Geld mit uns zu machen. ("Wir" waren zwei Daenen und ich. Hab die auf der Busfahrt nach Guayaquil kennen gelernt, weil sie auch nach Puerto Lopez wollten. Am Tag drauf bin ich dann mit dem Bus nach Puerto Lopez gefahren und bin gleich erst mal an den Strand, um meine Fuesse in den Pazifik zu stecken (...macht man ja auch nicht alle Tage). Und wen seh ich da am Strand liegen... Kristin und Johanna aus meinem BA-Kurs! Hab sie eingeholt. Sie sind am Abend zuvor hier angekommen. Gestern waren wir drei dann auf Whale-Watching Tour und auf der Isla de la Plata (Galapagos fuer Arme). Auf der Fahrt zur Insel wurd´s uns drei ganz schoen schlecht, aber wir haben auch das ueberlebt. Kurz vor der Insel waren sie dann da, die Wale. So schoen, wie sie um unser Boot geschwommen sind und sich so zu zwei dritteln aus dem Meer katapultiert haben. Auf der Insel gab es dann alle moeglichen Voegel, alle voll riesig und schoen! Heute Abend werden wir dann um 20.30 Uhr mit dem Bus in neuen Stunden nach Quito fahren. Na dann viel Spass... Drueckt mir die Daumen, dass vielleicht wenigstens ein Teil der Strecke geteert ist. Und nun ja, am 21. Juli muss ich ja wohl oder Uebel wieder nach Deutschland zurueck. Bin mal gespannt, ob ich mich an die Ordnung in Deutschland wieder gewoehnen kann. Aber mal ehrlich, ein bisschen freu ich mich schon drauf dass in Deutschland alles geregelt ist und dass sich alle an die StvO halten. Hier gibt´s so was wie Ordnung ja nicht. Nirgends!
Na denn, bis bald!

Freitag, Juli 15, 2005

Dschungelnews

Jetzt melde ich mich aus der ecuadorianischen Dschungelhauptstadt Tena. Am Montag hab ich ja meine letzte Unterrichtsstunden in der Sprachschule gehabt und muss mich jetzt mit meinem geballten :) Wissen alleine durch Ecuador schlagen. Am Dienstag bin ich dann mit dem Taxi zum Terminal Terestre (Busbahnhof) in Quito gefahren. Nach ner Weile suchen hab ich dann auch den Schalter meiner Buskooperative gefunden. Die ham da alle rumgeschrien, als ob die Reisenden noch nicht wuessten wohin sie wollen. Beim Fruehstueck hat mich die "Mama" noch zum Mittagessen an meinem letzten Tag eingeladen. Meinen Koffer hab ich ja noch bei der Familie und bekomm dann naechste Woche dort nochmal was leckeres zum Essen und kann auch nommel duschen. Wie schoen. Mit dem Bus giengs dann also in 5,5 Stunden ueber Andenpaesse in das Amazonasbecken. Der Temperaturunterschied ist gewaltig. Waehrend es in Quito so 15 - 20 Grad hatte ist´s hier bei 33 Grad richtig drueckend und schwuel. Nach meiner Ankunft hab ich dann auch recht schnell das Hotel des deutschen Michael gefunden, der urspruenglich aus Konstanz kommt und hier ein Hotel und eine Reiseagentur hat. Hab grad noch das letzte Zimmer bekommen, Glueck gehabt. Am Tag danach gieng es nach einem deutschen Fruehstueck mit Spiegelei, Weckle mit Marmelade und dem leckern Saft den´s hier immer und ueberall zum Fruehstueck gibt los auf Raftigtour auf dem Rio Napo. Zwei Amis, zwei Guides und ich. Sind dann 26 km auf dem Rio Napo gefahren und haben zwischendrin Pausen zum baden und fuer ein leckers Mittagessen gemacht. Der Fluss hat die Schwierigkeitsstufe 3+, was wohl auch fuer Anfaenger machbar ist, aber ich denk mal dass Michi der einzigste ist, der mit der Zahl was rechtes anzufangen weiss. War echt cool! Zwei mal ist das Boot umgekippt und wir alle rausgefallen. Lustig! Der Guide heisst uebrigens auch Fausto, wie der auf dem Cotopaxi. Abends wollte ich noch was essen und hab dann beim zweiten Versuch auch das Restaurant "La Masilla" gefunden. (Hab´s gestern Abend schon gesucht - vergebens) Da gibt es leckere Tacos und Pizzen, desshalb werd ich da gleich nochmal hingehen. Bin dann zuerst allein am Tisch gesessen, kurz darauf haben mich aber drei Europaeer an ihren Tisch eingeladen. Einer aus Schottland (das Englisch versteht man fast nicht), einer aus Irland und eine aus UK. Haben dann a bissle gelabert, getrunken, gegessen und sind dann gegen spaeter unserer Wege gegangen. Heute Morgen hab ich bei Michael meine Uebernachtungen in seiner Residencia Limoncocha und die Raftingtour bezahlt und bin mit meinem Rucksack durch Tena zu Gabriel gelaufen, der mich am Abend zuvor auf der Strasse angequatscht hat, um mit ihm und zwei anderen Touris eine Tour in den Selva (Wald) zu machen. Haben dann aufgeblassene LKW-Reifen auf ein "Taxi" aufgeladen und sind los in die Pampa. "Taxis" sind hier Pickups, ueberhaupt gibt es hier echt nur, wirklich nur, Jeeps. Kein Wunder bei den Strassen - die wenigsten sind geteert. Im Dschungel haben wir dann eine Indiofamilie besucht, die Mitten in der Pampa lebt... Koennten wir uns glaub ned vorstellen. Total abgeschottet von der Aussenwelt, einfach so im Wald. Spaeter sind wir dann tiefer in den Dschungel und konnten Limas und Orangen direkt von den Bauemen essen. Coole Sache! Will auch nen Orangenbaum zu Hause. Gabriele hat uns zu jedem Kraueterding erzaehlt, fuer was es gut ist und welche Wundnen oder Beschwerden man damit heilen kann. Unser Fortbewegungsmittel waren unsere Reifen, mit denen wir auf dem Rio Anzu die einzelnen Stationen angefahren haben. Der Dschungel ist echt schoen. Schade, dass ich nicht mehr Zeit hab um tiefer in ihn hinein zu kommen. Alles so gruen und so dicht... Die Bilder werden es dann besser erklaeren. Jetzt sitzt ich hier in Tena im Internetcafe und versuch mir die Nacht um die Ohren zu schlagen weil ich mir ne Uebernachtung sparen will und um 24.00 Uhr mit dem Bus nach Baños weiterfahren will. On the road again... Da soll´s ein ganz tolles Thermalbad geben, das schon um 4.30 Uhr aufmacht. Optimal, genau meine Zeit bei der ich wohl in Baños ankommen werde. Mittags ist das Bad anscheinend voll ueberfuellt und desshalb denk ich mal,hab ich so den optimalen Plan fuer die naechsten Tage. Werd jetzt dann mal zum Terminal Terestre gehen und schauen, ob der Bus auch so faehrt wie ich mir das vorstell und danach in der Pizzeria und den Strassen Tenas bis um 24.00 Uhr warten. Isch halt ganz anders wie Quito hier. Alles ungefaehrlich, keine boessen Menschen, keine Diebe... Einfach sicher halt, sogar Nachts. Adios und bis bald - euer Jojo.

Sonntag, Juli 10, 2005

Cotopaxi-Tour 09. - 10. Juli

Cotopaxi, der weltweit hoehste freistehende Vulkan mit 5.897 Metern.

Cotopaxi, ich war da... Am Samstag um 10 Uhr ging es in Quito mit der Agentur "Condor Trekk" Richtung Cotopaxi los. Drei Personen fahren in einem Jeep ueber holprige ecuadorische Strassen. Der Eindruck aus der Hauptstadt taeuscht, da ausserhalb Quito viele Strassen aus holprigen Pflastersteinen bestehen oder einfach nur so ne Staubstrasse durch die Pampa sind. Werd ich ja auf meiner Reise durchs Land noch genug kennen lernen. Der Guide Fausto, Adri (ein 14-jaerhiger Ecuadorianer) und ich holperten also zwei Stunden von Quito aus Richtung Sueden zum Cotopaxi-Nationalpark. Nachdem wir ne Weile mit dem Jeep den Vulkan hochgefahren sind mussten wir ab dem Parkplatz ca. 45 Minuten zum Refugio (ne Berghuette halt) ueber Geroellfaelder hochlaufen (sorry, ich hab hier einfach keine Umlaute). Nachdem wir unsere "Betten", wenn manns so nennen kann, mit unseren Schlafsaecken belegt hatten ging Fausto mit uns zur "Eisschule" auf die Schnee-/Eisfelder des Cotopaxi und zeigte uns wie wir mit Steigeisen und Eispickel am Sonntag den Berg besiegen sollen. Einer seiner vielen Sprueche lautet uebersetzt so: "Die Berge sind wie die Frauen im Bett. Sie bestimmen wer auf sie hoch kommt!" Ist nicht von mir! Wollte nur eine kleine ecuadorianische Lebensweisheit nach Europa bringen. :)
Anschliessend gabs dann Abendessen und so um 19.00 Uhr sind wir in die Kojen, aber schlafen...? Daran war nicht zu denken. Hab in der Nacht kein Auge zu gemacht (das natuerlich schon aber geschlafen hab ich halt nich). Immer sind irgendwelche Leute durch das Nachtlager geschlichen (schoen ausgedrueckt - getrampelt wuerde wohl eher passen) und die Hoehe der Huette mit 4.800 Metern hat glaub ich ihr uebriges getan. Nun ja, um 0.00 Uhr standen auf jeden Fall alle auf und richteten sich fuer den Aufstieg. Waren viele Deutsche und Amis da. 1.00 Uhr - und ich machte mich mit Fausto und Adri (ich werde ihn noch hassen lernen) auf den Weg. Zunaechst auf Geroellfeldern, bald dann aber auf dem Gletscher mit Steigeisen steil bergauf. Hab ja eher an mir gezweifelt, von wegen Kondition und der Hoehe und so, aber Adri ist ja vielleicht ne Flasche. War auch mein erster Gedanke, ob man einen 14-jaehrigen wirklich auf nen fast 6.000er schicken soll. Gegen Ende schmiss er sich fast alle 5 Minuten in den Schnee und wir mussten auf ihn warten. Waren ja mit nem Seil verbunden, damit keiner runnafaellt. Ok, fuer mich wars natuerlich auch kein Spaziergang... War schon ganz schoen heavy. Immer so in Hauswandsteile (fast) den Berg hoch, da kommt man schon ganz ins Schnaufen. War aber irgendwie genau so cool wie verrueckt morgens um 1 mit Stirnlampen nen Vulkan hoch zu klettern. Fausto hat sich auf dem Weg schon oefters mal ueberlegt, ob es nicht besser waer umzukehren da nach sieben Stunden Aufstieg halt auch nochmal drei Studen Abstieg dazukommen, wofuer man ja auch noch ein bisschen Kraft und Konzentration braucht. Ich hab nur gebetet dass der Zwerg durchhaelt, da das ja sonst heissen wuerde dass wir alle drei umkehren muessen, da man in dem steilen Gelaende keinen ohne Sicherung und Bergfuehrer alleine stehen lassen kann (obwohl, warum denn nicht...). Und natuerlich kam es wie es kommen musste. 300 Hoehenmeter vor dem Krater gab der Zwerg auf und Fausto blieb nichts anders uebrig als mit uns umzukehren. So ein Sch****! Die zwei Stunden haette ich schon noch geschafft. Nach 2/3 umzukehren ist halt schon doof, vor allem wenn man selbst nicht schuld ist. Fausto entschuldigte sich bei mir und es ging wieder nach unten. Auf dem Weg trafen wir dann noch ne deutsche Seilschaft und Fausto fragte ob von denen nicht vielleicht auch einer fertig ist, damit wir tauschen koennten und ich doch noch nach oben koennte... Aber naja, dem war halt nicht so und ich musste wohl oder uebel mit runter.
Aber eigentlich wars schon ganz schoen, nur waer ich halt schon gern oben gewesen da an dem Tag auch suuper Wetter war und die Strecke technisch eigentlich nicht sehr anspruchsvoll war. Nur kaempfen musste man halt, da es schon sauanstrengend war. Bei meinem naechsten Aufenthalt in Ecador dann *g*

Freitag, Juli 08, 2005

Cotopaxi ich komme!

Zweite Woche Ecuador fast zu Ende und schon einiges gelernt.

Genau, man koennte ja auch mal was ueber die Sprachschule schreiben. Der eigentliche Grund fuer meinen Urlaub, aeh sorry fuer meine Sprachreise. Die Schule Atahualpa - http://www.atahualpa.com - ist echt super! Immer so circa 10-15 Studenten aus der ganzen Welt. Also sehr familiaer hier, was sehr gut ist um die Sprache zu lernen. In diesen zwei Wochen hab ich so ziemlich alle Vergangenheiten und Futurformen der spanischen Sprache gelernt und mein spanischgestammel der ersten Tage in Quito ist auch besser geworden. Man kann in Deutschland so viel lernen wie man will, aber wenn man eben nicht die Moeglichkeit hat eine Sprache zu sprechen lernt man es ja nie.

Gestern war ich auf dem Hausberg der Quitorianer, der Pichincha, oder besser gesagt nicht direkt auf dem Vulkan sonder auf einer Erhoehung unter dem Berggipfel. Hoch gekommen bin ich mit dem TeleferiQo - http://www.teleferiqo.com . Dies ist eine neue Seilbahn, die erst letzten Sonntag hier eingeweiht worden ist. Die haben glaub alle Schiss vor dem Ding wiel die halt so was in Suedamerika nicht kennen. Auf jeden Fall gab es letzte Woche kein anders Gespraechsthema hier in Quito. In der Stadt hab ich mir nen Bus geschnappt, so ungefaehr beim zehnten Bus der die Av. Colon entlangfuhr hab ich dann vestanden dass er zum TeleferiQo faehrt. Dann musste ich erst noch 15 Minuten ne endsteilen Bergstrasse hochlaufen (echt Tour-de-France verdaechtig) bis ich an der Talstation ankahm. Dort gibt es einen Vulkanopark mit Achterbahn, Disco und anderen Spaessen. Man denkt schon so an eine Zweiklassengesellschaft wenn man sieht dass es zwei Tarife gibt oder sie haben einfach nur das Lowcostprinzip der Luftfahrt nachgemacht. 7 USD fuer den Express und 4 USD fuer die normale Warteschlange. Da ich ja ein armer Student bin hab ich mir das Boleto fuer 4 USD gekauft und hab nur so 30 Minuten gewartet. Dafuer spar ich doch gerne 3 USD. Oben angekommen hatte ich einen super Blick ueber Quito und die Umgebung, ich war da ja auch auf 4.100 Metern. Schon cool wenn man die Stadt sieht und vor allem die Flugzeuge, die da unten rumfliegen. Auf der Talfahrt war ich mit 5 Englaendern in der Gondel - dachte ich jedenfalls. Es stellte sich heraus, dass eine von ihnen aus Koeln kommt und ab Oktober an der FH in Schwenningen (direkt gegenueber meiner BA) International Management studiert. Kleine, kleine Welt...

Heute hatte ich das vorletzte mal Unterricht in der Schule. Am Montag ist es das letzte Mal, danach geht es auf Tour. Am Wochenende wird es mir aber auch nicht langweilig werden, da ich morgen Frueh mit einer Kletteragentur in den Cotopaxi-Nationalpark fahren werde, um dann am Sonntag Morgen um 1 Uhr auf den Gipfel des fast 6.000 Meter hohen Vulkans zu steigen. Mal schaun ob es klappt. Wenn, dann ist es super, wenn nicht - auch nicht schlimm. Wenigstens hab ich's dann mal versucht. Wird bestimt ne einmalige Erfahrung. Werd euch dann natuerlich davon berichten!

Jetzt wuensch ich euch noch ein schoenes Wochenende und bis bald.

Mittwoch, Juli 06, 2005

Bilder aus Ecuador jetzt online anschauen!

Hab heut Mittag ein bissle Zeit gehabt und ein paar feinst erlesene Bilder fuer euch hochgeladen. Viel Spass auf der Reise nach Ecuador!

Die Bilder findet ihr hier:
https://fotoalbum.web.de/gast/Joachim.Gaiser/Ecuador

Montag, Juli 04, 2005

Sonne, Regen...

Hallo Heimat, hier in Quito spielt das Wetter mal wieder verrueckt. Heute morgen war es recht kalt aber mittags hatte es 30 Grad und ich bin mit kurzer Hose und Hemd raus. Jetzt regnet es wie'd Sau und hat so ca. 15 Grad. Aber fangen wir mal von vorne an.

Erst mal zu meiner Familie - que chevere - eigentlich waer ich ja bei Familie Bonilla gewesen, aber durch irgendein Zufall bin ich nun bei Familie Gomez. Echt super! So ists glaub besser. Ich wohne fuenf Minuten von der Schule entfernt und die ganze Familie ist soo nett. Vier Kinder und grad drei Studenten. Die Kinder sind so 19 bis 25 Jahre alt. Bei jeder Mahlzeit sitzt jemand anders am Tisch, den man bisher noch nicht gekannt hat. Da geht echt immer was.

Am Samstag war ich mit der Schule in Otavalo. Wir waren zu fuenft. Vincente - ein Lehrer - Frau Oesterreich, Frau USA, Herr Australien und ich. Um 7 in der Frueh gieng's los. Zuerst nach Cayambe, ein kleines Dorf das den gleichen Namen traegt wie der Vulkan der in der Naehe ist. Dort haben wir in einem Hinterhofladen so kleine Blaetterteigteile gegessen und zugesehen wie sie diese hergestellt haben. Zuerst wird die ganze Teigpampe mit den Haenden vermischt, dann auf nen andren Tisch geschmissen und in Form gebracht. Anschliessend geht es damit in den Horno de leña (Holzofen). Hmmm... Lecker! Das Dorf ist fuer die Dinger bekannt, hat jedenfalls Vincente gesagt. Danach fuhren wir nach Otavalo um den groessten und bekanntesten Indio-Markt in ganz Suedamerika zu besuchen. Indigenas (Indios) verkaufen dort Artesenia und Webprodukte aller Art. Gegen Mittag wurde es dann richtig voll auf dem Markt, da dann auch die ganzen Turisten mit ihren Bussen eingetrudelt waren. Unsere naechste Station war der Vulkan Cuicocha mit seinem schönen Kratersee auf dem wir dann auch a bissle Bootle gefahren sind. Nach dem Boottrip gab es ein Indiogebrauu (von brauen, aber ich hab hier ja keine Umlaute) das ganz schoen fuerte war. Meine Guete, dass hat vielleicht gebeamt. Schmeckte wie Gluehwein nur 324 mal so stark.
Cascada de Peguche (Wasserfall) und en Besuch von Cotacachi, bekannt für günstige Lederwaren, waren der kroenende Abschluss des Ausflugs. Auf die letzten beiden Dinger haetten glaub alle verzichten koennen, da die Wasserfaelle bei uns im Selva Negra ja auch nicht viel anders sind und ich ja Leder soooo liebe. *g* Nun ja nach einer nichtendendenwollenden, puh, Rueckfahrt waren ich dann wieder in "meiner" Familie. Und wen wundert's, wieder waren neue Leute im Haus. Freunde und Familie der Familie und eine aus der Schweiz, die glaub bis Dienstag im Haus ist, da sie nun von 5 Monaten Suedamerika wieder Heim geht. Hoffen wir mal dass sie nicht den Zug nimmt. *g*

En la noche war ich dann mit den Kindern und ihren Freunden in einer Discoteca, zwei Blocks von der Wohnung entfernt. Den ganzen Abend nur Salsa. Meine Fresse, die Latinos gehn vielleicht ab beim Salsa, wie Schnitzelweckle. Muss man echt mal gesehen haben. Da ich ja soo gut Salsa tanzen kann bin ich lieber mit Mojitos am Tisch geblieben.

Sonntag:
Heute bin ich zur Mitte der Erde gefahren. Zum ersten Mal alleine mit dem Bus durch Quito cruisen. Luschdig! Am Mitad del Munde angekommen bin ich dann zuerst in das grosse Mitad del Mundo-Dorf gegangen um das obligatorische Aecuatorfoto zu machen. Obwohl es ja schon a bissle komisch ist dass die da so ein grosses Trara um den Aecutor machen obwohl der eigentlich ca. 150 Meter weiter rechts ist. Ham das Dorf halt gebaut und danach per GPS festgestellt dass es eigentlich gar nicht der genaue Aecuator ist. Desshalb bin ich danach in ein kleines Museum gleich daneben gegangen, wo sie mit verschiedenen Experimenten bewiesen haben dass der Aecuator da ist.
Das Beste war folgendes: Wenn bei uns das Wasser aus dem Ausfluss eines Waschbeckens fliesst, fliesst es ja kreisfoermig ab. Sodele. Zuerst haben sie also das Wasser auf der Nordhalbkugel rauslaufen lassen und es ist rechtsrum, oder linksrum (ist ja egal) abgeloffen. Danach auf der Suedhalbkugel -> alles grad andersrum halt. Und auf dem Aecuator ist es senkrecht nach unten abgeloffen. Das war schon eindrucksvoll!
Bei einem anderen Experiment konnten die Besucher ein Ei auf einen Nagel stellen. Auf dem Aecuator geht das anscheinend immer, bei uns nur zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dann gab es noch eine Fuehrung durch Haeuser der Ureinwohner und so, schee. In kurz also kann man das ganze Ethnozeug in dem grossen Dorf vergessen und sich in dem kleinen Ding die wirklich interessanten Sachen ansehen.
Anschliessend bin ich mit nem Guide zum Vulkankrater Pululahua (glaub man schreibt das so...) aufgestiegen. Hoert sich jetzt vielleicht schwierig an, war aber insgesamt nur eine Stunde dann war ich wieder im Mitat del Mundo. Der Krater ist 4 Kilometer weit und 300 Meter tief und unten wohnen Leute, die den fruchtbaren Boden zur Landwirtschaft nutzen. Der Vulkan ist wohl noch aktiv, bricht aber nicht mehr aus (oder so, hab das nicht so ganz gecheckt). Wohnen wollte ich da jedenfalls nicht. In den Krater fuehrt nur ein mit Jeeps befahrbarer Weg. Der Guide zeigte mir auch einen Berg, ueber den der Aecuator verlauuft (will Umlaute auf der Tastatur!!!). Mit einem Hubschrauber haben sie dort eine Plattform gefunden, war halt zugewachsen oder so, die genau auf dem Aecuator liegt. Die Bewohner haben also schon vor mehr als 1000 Jahren gewusst wo der Aecuator verlauuft. Sterne sei Dank. Alter Schwede, nicht schlecht!

Jetzt sitz ich grad im Internetcafe und schreib euch was ich so erlebt habe. Hab heute eine neue Profesora bekommen, deren Name ich mir wohl in der Woche auch noch meken kann. Ist aber ganz nett. Mit ihr waren wir die letzte immer Nachmittags in Quito unterwegs. Morgens gab es erst mal ein grosses Wiedersehen. Kristin und Johanna (aus meinem Kurs an der Berufsakademie in Schwenningen) sind am Sonntag hier angekommen. Die waren glaub froh sich mit jemand ohne Sprachbarrieren zu unterhalten. Hab sie dann gleich mal mit meiner Bussinessclass-Story neidisch gemacht. War wohl sehr unbequem in der Economy... Hab ich auf dem Rueckflug ja auch noch vor mir. Oder habe ich schon wieder so viel Glueck...

Ach ja, am Freitag Abend gab es hier ein pequeno trombler (Erdbeben). War grad in der Wohnung am Schreibtisch und hab was geschrieben. Zuerst habe ich gedacht da kommt jemand ueber den Flur, aber als es staerker wurde war's mir dann auch klar. Man merkt halt schon dass das hier eine Gegend mit vielen Vulkanen und seismischen Aktivitaeten ist (ich glaube das nennt man so). Bis auf uns Studis hat das aber niemand gejuckt. Kommt hier anscheinend oefters vor. Danach gab es ein kleines Nachbeben und fuer den Rest der Nacht war dann aber auch Ruhe mit gewackel.

Letzte Woche habe ich mir auch ein paar Gedanken ueber meine Reise gemacht. Werd wohl dieses Wochenende den Cotopaxi (fast 6.000 Meter hoch) besteigen wenn das Wetter und mein Koerper mitmacht. Andrea, die aus der Schweiz, hat gemeint dass es bei schoenem Wetter ein Spaziergang waer. Schaun mer mal. Sie musste naemlich auch wegen hoher Lawinengefahr kurz vor dem Krater umkehren. Werd morgen mal hier in Quito nach ner Agentur ausschau halten um so nen Trip zu buchen. Keine Angst, mit Fuerher natuerlich. Dann am Montag hab ich ja das letzte Mal Unterricht in der Schule und werd dann wohl am Dienstag, oder Montag Mittag, in den Dschungel aufbrechen. In Tena will ich dann ein bissle Dschungelluft schnappen und so 2 bis 3 Tage bleiben. Danach nach Baños, das Tor zum Oriente, und spaeter nach Riobamba um mir auf dem Dach eines Zuges die Landschaft anzuschauen. Muss viele Touristen dort haben. Anschliessend geht es nach Cuenca im Sueden von Ecuador um mir die Inkastaetten anzuschauen. Danach dann ueber Guayaquil an die Costa nach Puerto Lopez. Dort werde ich auf die Isla de la Plata fahren um ein bisschen Galapagos fuer die Armen zu sehen (wird hier so genannt). Galapagos ist echt sauteuer! Nun ja, und danach in neuen Stunden mit dem Bus zurueck nach Quito wo mein Flug nach Hause (in der Businesclass natuerlich *g*) auf mich warten wird.

Sodele, das waren jetzt fuer mich fast zwei Stunden aber hier ist ja das Internet ja eh fast umsonst. Adios y hasta luego - euer Jojo